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Die Neue an der Montessori-Spitze

Kerstin Seibert hat jetzt das Ruder in der Hand – Ehemalige Aula zum „Kosmos-Raum“ umgestaltet

Von Sonja Roth-Scherrer 

Landau. Nichts ist so beständig wie die Veränderung. Dieses Sprichwort fällt dem Besucher der Montessori-Schule in Landau ein, wenn er das Büro von Kerstin Seibert betritt. Mit der neuen Schulleiterin der Grund- und Mittelstufe hat sich nicht nur die Leitungsstruktur verändert.

Als Nachfolgerin von Bettina Brückmann als Grundschulleiterin und Hildegard Lippert als Leiterin der bisherigen Gesamtschule übernimmt Kerstin Seibert nun die Gesamtverantwortung für die schulische Entwicklung der Sechs- bis Zwölfjährigen. Ihr zur Seite stehen Doris Rustige als Stufenleiterin für die Grundschüler und Arne Mester für die Schüler der fünften und sechsten Jahrgangsstufen.Auch das Büro hat mit dem personellen Wechsel eine fast komplett andere Einrichtung bekommen – und damit eine frische Aura. Eine Wanduhr aus Zahnrädern verbildlicht die Vision der neuen Leiterin. Allein der Holztisch von Armin Müller, an dem vor über 20 Jahren die Erfolgsgeschichte der Landauer Montessori-Schule begann, ist geblieben. An diesem runden Tisch gestaltet nun „die Neue“ ihre Vorstellung von einer gelingenden Zukunft einer privaten Schule, deren Schülerzahl in zwei Jahrzehnten von 25 auf 700 angewachsen ist: Die ehemalige Aula im Altbau ist innerhalb von wenigen Wochen zum „Kosmos-Raum“ umgestaltet worden. Dort können alle Themen, die die Schüler bewegen, erarbeitet werden.

Die Kosmische Erziehung ist eines der Grundprinzipien der Pädagogik Maria Montessoris: Sie sieht die Natur als Ganzheit, in der jeder Teil seine Aufgabe erfüllt. Der Mensch nimmt eine Sonderstellung ein, weil er in die Natur eingreift. „Die Verzahnung der Kosmischen Erziehung vom Kinderhaus bis zur Oberstufe“ – so beschreibt Kerstin Seibert ihre Vision, die sie umsetzen will.

Offiziell ist Seibert mit Beginn des neuen Schuljahres in der Verantwortung für die Sechs- bis Zwölfjährigen. Der Übergang indes war lange vorbereitet. Mit der bisherigen Grundschulleiterin Brückmann arbeitet Seibert seit 2013 im Vorstand des Landesverbandes. Lippert hat sie 2011 bei gemeinsamen Aktivitäten im Dachverband kennengelernt. Gemeinsam ist den drei Frauen, dass sie eine Montessori-Schule gegründet und aufgebaut haben: Ähnlich wie Brückmann und Lippert vor 20 Jahren in Landau hat Seibert ab 2012 in Worms eine aus einem Waldkindergarten entstandene Elterninitiative in die Gründung einer freien Montessori-Schule geführt und bis zum April die Schule geleitet.

Die pädagogische Grundausbildung zur Förderschullehrerin hat Seibert an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg erworben. Über den Einsatz des spezifischen Materials im Förderbereich der Sprachtherapie ist sie schließlich auf die Montessori-Schiene geraten.

Vor rund anderthalb Jahren fragten Brückmann und Lippert an, ob sie sich vorstellen könne, Nachfolgerin zu werden. Vor einem Jahr ist die Familie nach Annweiler gezogen. Während die Tochter bereits im vergangenen Schuljahr die Landauer Schule besuchte, ist die Mutter mit dem jüngeren Sohn noch täglich nach Worms gependelt.

Wenige Wochen nach Schuljahresbeginn gibt sich Seibert sicher, dass sie als Schulleiterin bereits voll integriert ist. Sie freut sich darauf, die Zukunft der Schule im Sinne der Gründerin der besonderen Pädagogik Maria Montessoris zu gestalten.

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz Pfälzer Tageblatt – Nr. 203
Datum Dienstag, den 1. September 2020
Seite 16